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Geschichte des "Stammtisch Silbertropfen"

Am 16. September 1960 trafen sich in der Werkstätte von Anton Grasegger (Veitl) am Schalmeiweg nach Feierabend Georg Jochner (Wasserer), Toni Grasegger selbst, Toni Ziegler und Toni Erhardt (Schweizer). Der Wasserer Schorsch brachte von der Schalmei ein Stammkrügerl (von Anton Schmalzl) und wollte mit dem Lötkolben den Deckel festmachen, der locker geworden war. Aus Versehen fiel ihm dabei von der Lötmasse ein Tropfen in das Innere des Bierkruges und glänzte nun silbern heraus. Ein Mopedkunde kam und fragte, was es denn mit diesem Bierkrug auf sich habe.

Die oben Genannten machten diesem Kunden allerhand vor, zeigten ihm den Krug und behaup­teten, dass sie einen Stammtisch mit Namen "Silbertropfen" gegründet hätten, bei dem jeder so einen Bierkrug mit einem silbernen Tropfen am Grund besitze.

So ist es eigentlich zu diesem Stammtisch gekommen. Sie beschlossen nämlich, aus dieser Gaudi etwas Ernstes zu machen und sich regelmäßig zu treffen und tatsächlich einen Stammtisch zu gründen.

Bereits wenige Tage nach dem geschilderten Vorfall, wurde im Gasthof Wetterstein in Graseck der "Verein" aus der Taufe gehoben. Die Männer der ersten Stunde waren: Toni Grasegger (Veitl), Toni Grasegger (Jakom), Karl Grasegger (Jaggl), Hans Gröbl (Flodl), Toni Erhardt (Schweizer), Bartl Erhardt (Schweizerbartl) und Toni Ziegler.

Sie trafen sich zunächst jeweils montags, bald aber dann freitags in verschiedenen Wirtschaften des Landkreises. Man unternahm gemeinsam Fahrten zum Oktoberfest, zu Leonhardifahrten und zu ähnlichen weltlichen und christlichen Festveranstaltungen - und man suchte mit aller Kraft nach einem festen Stammlokal. Schon im Dezember 1960 hatte man Erfolg und fand Unterschlupf in der Wohnstube beim Schweizerbartl am Hasental.

Im April 1961 wurde schließlich das erste Preiskegeln auf dem Stoßbudel durchgeführt. Schon damals war der erste Preis ein "hoarada Widder" (gehörnter Schafbock), was man in den folgenden Jahren beibehalten hat und was bald zur Tradition wurde.

In den Anfangsjahren - unter der engagierten Führung von Vorstand Anton Grasegger - beteiligte sich der Silbertropfen an vielen Aktionen wie Bergfeuern und Faschingszügen. Im Mai 1963 schließlich musste man von den Stammtischabenden beim Schweizerbartl Abschied nehmen und es begann abermals die Suche nach einer geeigneten Lokalität. Am 31. August schon kaufte der Silbertropfen zu einem für die damalige Zeit sicher beachtlichen Preis von 1000 DM eine Hütte von Verleger Kurt Huber in der Wettersteinstraße, die man abbaute und auf dem Grundstück von Georg Bader, direkt neben dem Fauken, wieder aufbauen durfte.

Seit dieser Zeit steht nun die Silbertropfenhütte an diesem Platz. Mehrmals wurden kleinere Umbauten und Modernisierungen vorgenommen. So hat man schon bald einen separaten Eingangsteil und geeignete Toilettenanlagen angebaut. 1974 hat man die Hütte schließlich auf die jetzige Größe ergänzt; ein kleiner Küchenraum und ein Abstellraum kamen dazu. In den 80er und 90er Jahren wurde die Wasserleitung neu verlegt, die Brücke über den Fauken  erneuert und es wurde die Decke entfernt und durch eine neue ersetzt, die etwa 20 Zentimeter höher liegt. Seit der Jahrhundertwende hat man das kleine Kücherl etwas erweitert und restauriert und sämtliche Fenster und Stöcke der Hütte erneuert. Anton Grasegger (Veitl) leitete den Silbertropfen von Anfang an, bis zu seinem viel zu frühen Tod 1984. Sein sprichwörtliches Organisationstalent verhalf dem alljährlichen Preiskegeln bald zu einem guten Ruf im ganzen Oberland. Und so kamen und kommen noch immer viele Teilnehmer aus Nah und Fern, um einen der attraktiven Preise zu erringen.

Nach dem Tod von Anton Grasegger übernahm Franz Berwein (Esterberger) die Führungsrolle im Silbertropfen. Ab 1988 stand ihm Franz Sprenger als zweiter Vorstand zur Seite, ab 1995 Andreas Schweiger und ab 1998 Hubert Filser. Letzterer hat mit Beginn des Jahres 2000 die Leitung des Clubs an sich genommen. Franz Berwein war weiterhin als "Vize" tätig, bis schließlich ab 2003 Andreas Schweiger wieder diesen Posten übernahm. Nach dessen Ausscheiden sprang Franz Berwein kurzfristig zum Preiskegeln 2012 nochmals als Vertretung ein, bis mit Beginn des Jahres 2013 Florian Paglia (2. Vorstand) und Urs Weidler (Kassier) diesen wichtigen Bereich übernahmen. Seit Florian Paglia 2017 seinen Posten als 2. Vorstand aufgab, leiten nun Hubert Filser (Vorstand) und Urs Weidler (Kassier) die Geschicke des Clubs.

Traditionsgemäß hat der Stammtisch Silbertropfen - mit bzw. neben der Vorstandschaft - nur 12 Mitglieder. Zur Zeit sind dies Albert Grasegger (Veitl), Matthias Wackerle (Martl), Max Ostler (Gober), Hans Schnitzer, Peter Maurer, Florian Paglia, Hansjörg Schnitzer, Sepp Hellweger (Jakom), Sepp Bartl (Hannesla), Flori Lindauer (Hasentaler), Andi Habersetzer und Martin Lindebner jun. (Veitl). Als "Anwärter" stehen meist ein paar "Interessenten“ auf dem Sprung in die Stamm-Mannschaft; zur Zeit Olli Hillenbrand und Michl Maurer jun. (Diktl). Korbinian Pfanzelter setzt heuer aus. Max Weißenbach gehört als "Hüttenwart“ auch mit zum engeren Kreis; und natürlich Helmut Filser als "Oberheizer", der auch als Hüttenmaler, Einkäufer etc. zur Verfügung steht.

Einige ehemalige Silbertropferer nehmen als "Alte" weiterhin wichtige Aufgaben wahr: Franz Berwein - seit 2011 zum Ehrenvorstand ernannt - wirkt weiterhin als Stütze der Vorstandschaft im Hintergrund. Helmut Filser und Willi Klein lassen kaum einen Freitags-Stammtisch sausen. Franz Sprenger, Hans Rößner (Soaler) und Josef Ostermair (Wani) gehören trotz gesundheitsbedingter Rückzugserscheinungen "zum weiteren Kreis", ebenso wie "Dauerbrenner" Fritz Geier. Nicht zu vergessen, der Initiator unserer Homepage, der "frühere“ Silbertropferer Albert Graßl.

Ab 1988 hatte der Silbertropfen erstmals auch ein Ehrenmitglied. Martin Dengg (Bummerer) erfuhr diese Ehrung wegen seiner großen Verdienste als "Oberheizer" und dienstältester Kegelbua. Leider ist er inzwischen verstorben. Die verwaisten Posten übernahm schon vorher, als es beim Bummerer "nicht mehr ging“, mit vorbildlichem Einsatz Fritz Geier. Erst zu Beginn des Preiskegelns 2013 trat er den Posten des "Oberheizers" an Helmut Filser ab. Zum erweiterten Kreis gehören natürlich auch die eifrigen Kegelbuam, ohne deren ausdauernde Arbeit das Hauptereignis jeden Jahres, das Preiskegeln, nicht möglich wäre.

Wie läuft nun so ein Jahr im Silbertropfen?

Jeden Freitag ist Stammtisch. Silbertropferer und Kegelbuam treffen sich in ihrer Hütte zum geselligen Beisammensein. Seit 1985 wird jeweils von Januar bis September ein internes "Jahreskegeln" durchgeführt. Die dabei geleisteten Einsätze werden dann bei der Preisverteilung am Kirchweihmontag in Form schöner Fleischpreise wieder an die Teilnehmer ausgeschüttet. Seit 1995 wird zu diesem Termin auch der "Bader-Schorsch-Gedächtnispokal" ausgeschossen.

Normalerweise beginnt dann in der letzten Oktoberwoche das große Preiskegeln. Sieben Wochen lang wird an 5-6 Tagen pro Woche gekegelt. Das ist für die Stammtischmitglieder oft eine harte Zeit. Die Einnahmen werden umgesetzt in die vielen attraktiven Preise, welche die Vorstandschaft schon während des ganzen Jahres zusammenträgt. Besonders begehrt sind dabei immer wieder - nachdem man 1985 zum letzten Male einen Widder als ersten Preis hatte - die Schnitzereien und die Präparate, die Elektrogeräte und Werkzeuge und ganz besonders die von "Silbertropferern und Nahestehenden" angefertigten handwerklichen Kostbarkeiten.

Das Endkegeln ist alljährlich ein gesellschaftliches Ereignis. Die meist weit über hundert Preisträger ermitteln dort in einem stundenlangen Rittern die genaue Reihenfolge der Gewinner. Die Preisverteilung ist dann immer Höhepunkt und Abschluss. Der Beifall und die Zustimmung der Teilnehmer ist für die Durchführenden Bestätigung und Anerkennung und gleichzeitig Aufforderung, sich im folgenden Jahr der Aufgabe wieder mit Gewissenhaftigkeit, aber auch mit Freude zu stellen.

Der Silbertropfen besteht nun schon weit über 50 Jahre:

Am 9. Oktober 2010, wurde das 50-jährige Jubiläum gebührend gefeiert: Nach dem Gedenk-Gottesdienst trafen sich knapp 50 ehemalige und aktive Silbertropferer im Werdenfelser Hof. Jeder geladene Gast erhielt vom Club einen Schweinsbraten und eine Maß Bier. Alt-Vorstand Franz Berwein überreichte den beiden Vorständen für jeweils 10 Jahre Vorstandschaft ein Geschenk und sprach ihnen den Dank der gesamten Mannschaft für ihre überaus erfolgreiche Arbeit aus. Anschließend führte Hubert Filser in einer abwechslungsreichen Dia-Schau "historische Begebenheiten“ aus dem Clubleben vor. Fasziniert versuchten die Anwesenden sich selbst oder andere "alte Silbertropferer“ zu erkennen. Jeder erhielt aus der Hand des Vorstandes dann noch eine eigens gefertigte Ehrennadel und bei den schmissigen Stückerln unserer Endkegl-Musi schwelgten noch viele stundenlang in alten Erinnerungen.

Der Zulauf der Mitglieder "unter’m Jahr“ und der beständige Andrang beim Preiskegeln sind der beste Beweis, dass die Mischung stimmt, dass der Stammtisch Silbertropfen voller Leben ist und dass die "Alten" gerne die "Jungen" unterstützen und ihre Erfahrungen weitergeben. So scheint gesichert, dass der Silbertropfen als eine Institution im Partenkirchner Vereinsleben noch lange erhalten bleiben wird.

(Stand Oktober 2018)